NDR Menschen & Schlagzeilen vom 30.09.2009

Der NDR hinterfragte, ob der Ergänzungspfleger den Halbwaisen Beträge in Anlehnung an die Düsseldorfer Tabelle gewähren muss und fragte: Ist das rechtens?

 

Es wurde ein Experte für Familienrecht interviewt: Herr Joachim Beinkinstadt vom Hamburger Institut für Jugendhilfe und Familienrecht. Nach seiner Meinung stellt die Düsseldorfer Tabelle nur einen Richtwert dar und sind in unserem Fall gar nicht geeignet.

 

Der Experte bestätigt: „Wenn der Vater verstorben ist, können andere Maßstäbe für den Unterhalt der Kinder angelegt werden. Der Ergänzungspfleger hat bei einem entsprechenden Vermögen einen großen Ermessensspielraum. Er kann durchaus den Kindern einen Unterhalt auszahlen, der deutlich über dem Existenzminimum liegt.“

 

Aber wo liegt das Existenzminimum?

Das soll Margot Eidtmann beantworten, sie berät seit vielen Jahren alleinerziehende Mütter und Väter.

Also ein Kind kostet mindestens € 500,-- im Monat.“

 

Die Kinder von Stephanie Kollwitz haben weniger als € 500,-- im Monat. Die einfachste Lösung: Den Kindern wird mehr Geld aus ihrem Vermögen gezahlt. Aber geht das?

Der NDR fragt nach beim Landgericht Kiel: Die Justiz hat die Aufsicht.

 

Susanne Bracker, Landgericht Kiel:

Die Kinder von Frau Kollwitz können Sonderausgaben und zusätzliche Ausgaben wie z. B. Musik- oder Reitunterricht oder einen neuen Computer, den sie benötigen, geltend machen. Und das ist aus Sicht der Aufsichtsbehörde auch in Ordnung.“

 

Der NDR spricht noch einmal mit dem Vermögensverwalter über seinen Entscheidungsspielraum.

 

Er gibt uns die feste Zusage, bald mehr für die Kinder zu zahlen.

 

Stand 30.09.2009

 

Saskia Langhans, Journalistin des NDR: „Uns wurde zugesichert, dass Sie jetzt auf jeden Fall mehr Geld bekommen sollen im Monat. Die Sonderausgaben sollen auf jeden Fall auch großzügig bemessen werden, so dass Sie auf jeden Fall mehr Geld zur Verfügung haben.“